Was dich die Karenz kostet.
- Sandra Maria Sabitzer
- vor 14 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Du hast Kinder bekommen. Du hast dich gekümmert. Du warst da – rund um die Uhr, ohne Pause, ohne Gehalt, ohne Pensionsanspruch.
Und jetzt? Jetzt sollst du „wieder einsteigen." Als wärst du irgendwo ausgestiegen. Als hättest du eine Auszeit genommen. Als wäre das, was du in den letzten Monaten oder Jahren geleistet hast, nichts gewesen.
Spoiler: Es war alles. Nur eben unbezahlt.
Ich möchte dir heute zwei konkrete Dinge zeigen, die vielleicht was für dich sind. "Fremdwerbung" sozusagen - damit du informiert bist!
1. Der Comeback-Kompass: Dein Weg zurück – mit Unterstützung
Die AK Kärnten bietet gemeinsam mit der Bildungsberatung Kärnten eine kostenlose Workshopreihe an. Vier Module, die genau die Fragen aufgreifen, die nach der Karenz im Raum stehen. Und die dir niemand beantwortet, wenn du nicht selbst danach suchst.

19. Mai – Toolbox für den Alltag. Zeitmanagement, Prioritäten, Netzwerk – das Werkzeug, das du brauchst.
9. Juni – Rund ums Recht. Was dir zusteht. Schwarz auf weiß.
Wo: AK Klagenfurt, Bahnhofstraße 44, Saal 6 Wann: jeweils 16–19 Uhr Kosten: keine Plätze: max. 12 pro Modul – jedes einzeln buchbar
Anmeldung und Infos: ktn.ak.at/comeback Telefon: 0463 50 46 50
Das sind konkrete Tools für Frauen*, die sich nicht länger allein durchkämpfen wollen. Ich hätte mir früher gewünscht, dass es sowas gibt! Also nimm die Chance war!
2. Der Familienrechner: Was dich Care-Arbeit wirklich kostet
Jetzt wird's unbequem. Denn wir reden über Geld.
Wer beruflich zurücksteckt – und das sind in den allermeisten Fällen die Mütter – verliert. Beim Gehalt heute. Bei der Pension morgen. Das ist kein Gefühl. Das ist Mathematik.
Der Familienrechner (familienrechner.com) macht genau das sichtbar. Er berechnet die Gehalts- und Rentenverluste, die durch Care-Arbeit entstehen. Und er zeigt, wie ein fairer finanzieller Ausgleich zwischen den Elternteilen aussehen könnte.
Ja, der Rechner basiert aktuell auf dem deutschen Rentensystem. Aber die Logik dahinter ist universal: Wenn eine Person zurücksteckt, damit die andere Karriere machen kann, dann ist das keine private Entscheidung. Dann ist das ein finanzieller Deal. Und der sollte fair sein.
Schau ihn dir an. Rechne nach. Und dann red mit deinemr Partnerin darüber. Nicht irgendwann. Jetzt.
Beide Themen zeigen, was dieses System dir nicht von selbst gibt. Keine Struktur hilft dir automatisch beim Wiedereinstieg. Kein Gesetz gleicht automatisch aus, was du finanziell verlierst. Du musst es dir holen. Und du musst es einfordern.
Das ist nicht fair. Aber es ist die Realität. Und solange wir die nicht verändern, müssen wir uns gegenseitig die Werkzeuge in die Hand drücken.
Also: Leite diesen Newsletter weiter. An die Freundin in Karenz. An die Kollegin, die gerade überlegt, wie es weitergeht. An die Schwester, die sich nicht traut, über Geld zu reden.
Wir sind füreinander da.
Sandra


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