Ich war weg.
- Sandra Maria Sabitzer
- vor 14 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Das System hat keine Pause gemacht....und warum mich eine Politikerin fast zum Lachen gebracht hätte... |
Ich hab eine Weile keinen Newsletter geschrieben, und ich werde mich dafür nicht entschuldigen, weil eine Entschuldigung das Falsche wäre. Was ich stattdessen sagen will: Dieser Newsletter ist unbezahlte Arbeit, und wenn das Leben voll ist, dann fällt genau das zuerst weg. Nicht die Pflege, nicht die Arbeit, für die jemand eine Rechnung erwartet, sondern das hier, das ich tue, weil es mir wichtig ist und weil es gebraucht wird, aber eben nicht, weil jemand dafür zahlt.
Während ich also gearbeitet und organisiert und gekämpft habe, hat das System brav weitergemacht. Gespart wird gerade überall dort, wo es wehtut: bei Pflege, bei Inklusion, bei den Ressourcen, die Familien wirklich brauchen. Wer ein Kind mit erhöhtem Förderbedarf hat, weiß, dass das kein gelegentlicher Papierkram ist, sondern ein eigener Job neben dem Job: Erhebungen, Anträge, Widersprüche, Telefonate, die ins Leere führen, und das alles selbstverständlich unbezahlt und selbstverständlich meistens von den Müttern.
In diese Realität hinein hat Claudia Bauer, Österreichs aktuelle Familienministerin, im Februar in der ZIB 2 gesagt, junge Menschen sollen erstmal Kinder bekommen, bevor man über Verbesserungen nachdenkt. Ich hab kurz überlegt, ob ich das falsch gelesen habe. Hatte ich nicht.
Was mich daran besonders trifft, ist nicht nur die Aussage selbst, sondern wer sie macht. Eine Frau, in einer mächtigen Position, ohne eigene Kinder, die von anderen Frauen* fordert, mehr zu bekommen, ohne auch nur einen Moment bei der Frage zu bleiben, was das eigentlich kostet. Nicht finanziell, nicht abstrakt, sondern konkret, täglich, körperlich und psychisch. Das ist keine individuelle Verfehlung einer Politikerin, das ist das System, das durch sie spricht. Frauen können Positionen erreichen und trotzdem das reproduzieren, was Frauen schadet, weil das System nicht automatisch hinterfragt wird, nur weil eine Frau* darin sitzt.

Warum immer mehr Frauen* keine Kinder mehr wollen, ist übrigens keine große gesellschaftliche Frage, auf die wir noch keine Antwort hätten. Es ist eine sehr konkrete Antwort auf sehr konkrete Zustände.
Dazu bald mehr, weil es mehr Platz verdient als dieser Newsletter gerade hat.
Ich bin wieder da.
Sandra


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