Ich verstehe, warum Frauen keine Kinder mehr wollen.
- Sandra Maria Sabitzer
- vor 14 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
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Obwohl es uns so verkauft wird. |
Ich erinnere mich an einen Moment, in dem ich gedacht habe, dass ich das nicht noch einmal tun würde. |
Nicht weil ich meine Kinder nicht liebe, nicht weil ich das Leben, das ich habe, nicht will, sondern weil ich weiß, was es gekostet hat, Kinder zu bekommen. Was es immer noch kostet. Und weil ich gleichzeitig Frauen* kenne, die sich diese Frage stellen, bevor sie überhaupt angefangen haben, und die sich dafür rechtfertigen müssen, als wäre das Nachdenken darüber schon ein Verrat an der Gesellschaft. Österreich hat 1,29 Kinder pro Frau, historischer Tiefstand, und die Antwort der Familienministerin Claudia Bauer ist, dass junge Menschen sich wieder mehr zutrauen sollen, eine Familie zu gründen. Als wäre das eine Frage des Mutes.Als wäre das Problem, dass Frauen* zu ängstlich sind und nicht, dass sie zu gut rechnen können (und es geht natürlich wieder mal nur um die Frauen*). Ich rechne auch. Ich rechne, was Kinderbetreuung kostet, wenn sie überhaupt verfügbar ist. Ich rechne, was es bedeutet, wenn das Gehalt nach der Karenz nicht mehr dasselbe ist. Ich rechne, was es heißt, wenn man ein Kind mit besonderem Förderbedarf hat und plötzlich ein zweiter Vollzeitjob entsteht, der nirgendwo in einer Statistik auftaucht und für den niemand zahlt. Ich rechne, was es mit einer Frau* macht, wenn sie jahrelang mehr gibt als sie zurückbekommt, vom System, vom Umfeld, manchmal auch von der Beziehung, und trotzdem das Gefühl nicht loswird, dass sie nicht genug tut. Das ist kein individuelles Versagen. Das ist eine kollektive Erschöpfung, die sich als persönliche Entscheidung tarnt, die Verantwortung wird der einzelnen Person zugeschoben, wo wir doch als Gesellschaft hier eindeutig versagen! Wenn Frauen* keine Kinder mehr wollen oder sich nicht sicher sind, ob sie welche wollen, dann ist das keine Krise der Frauen. Das ist eine sehr vernünftige Antwort auf sehr unvernünftige Zustände. Auf ein System, das Care-Arbeit unsichtbar macht und gleichzeitig von ihr lebt. Auf eine Gesellschaftsstruktur, die Mutterschaft romantisiert und gleichzeitig bestraft /denn du kannst es NIE richtig machen, als Frau* und Mutter*). Auf Politikerinnen, die sinkende Geburtenraten beklagen, aber die Bedingungen, unter denen Frauen Kinder großziehen, nicht wirklich verändern wollen. Ich verstehe jede Frau*, die sagt, dass sie das nicht will. Ich verstehe sie nicht trotz meiner eigenen Kinder, sondern genau deswegen. Sandra |




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