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WARUM es DICH jetzt braucht!

  • Autorenbild: Sandra Maria Sabitzer
    Sandra Maria Sabitzer
  • vor 3 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Ich muss dir von etwas erzählen, ich bin noch ganz aufgeregt... Aber zuerst zur Vorgeschichte!!!


Wenn ich abends im Bett liege und der Tag vorbei ist, rattert in meinem Kopf trotzdem noch eine Liste ab. War die Jause für morgen gerichtet, hat der Große sein Formular unterschrieben, wann ist der nächste Arzttermin für die Kleine, braucht der Hund Futter, und wann genau war nochmal der Elternabend? Diese Liste hört nie auf. Sie läuft im Hintergrund wie ein Programm, das keinen Aus-Knopf hat, und sie läuft fast ausschließlich in den Köpfen von Frauen*.


Das ist ein System, das sich darauf verlässt, dass wir diese Arbeit leisten und zwar gratis, unsichtbar und ohne Pause. Sorgearbeit, Care-Arbeit, Mental Load, wie auch immer du es nennen willst: ohne sie funktioniert nichts. 


Keine Familie, keine Schule, kein Krankenhaus, keine Wirtschaft. Trotzdem wird sie behandelt, als wäre sie selbstverständlich und unbegrenzt verfügbar. Wer sie leistet, wird dafür weder bezahlt noch anerkannt, und wer daran kaputtgeht, bekommt zu hören, sie hätte sich halt besser organisieren sollen.


Ich bin an diesem Punkt gewesen. Ausgebrannt, leergelaufen, mit dem Gefühl, alles falsch zu machen, obwohl ich eigentlich viel zu viel gemacht habe. Erst als ich verstanden habe, dass das kein persönliches Versagen war, sondern ein strukturelles Muster, hat sich etwas in mir verändert. Ich war nicht zu wenig belastbar sonder das System war einfach nie dafür gebaut, mich aufzufangen.


Genau da setzt FRAUEN*Streiken an! Am 3. Mai 2027 legen Frauen in ganz Österreich ihre Arbeit nieder. Die bezahlte und die unbezahlte. Einen ganzen Tag lang wird sichtbar, was passiert, wenn wir einfach aufhören. In Wien, in der Steiermark, in Salzburg und Tirol laufen die Vorbereitungen schon.  Jetzt auch in Kärnten. Weil es höchste Zeit ist. Wir wollen es wie die Isländerinnen 1975 machen (siehe unten für mehr Info). 



Das erste Vernetzungstreffen für Kärnten findet am 11. September 2026 um 12 Uhr im Verein EqualiZ statt, Karfreitstraße 8 in Klagenfurt. 


Wenn du das hier liest und denkst „ja, das kenne ich, das geht mir genauso", dann komm vorbei. Wenn du jemanden kennst, die das hier lesen sollte, leite diese Mail weiter. Wir brauchen jede einzelne Stimme. Wenn du am Termin nicht kannst, aber trotzdem aktiv dabei sein willst, in welcher Form du es auch immer kannst, dann melde dich auch unter dieser Mail Adresse und bekunde das!! BITTE! Das ist unsere Chance etwas Unglaubliches zu schaffen!


Alles über die Bewegung findest du auf www.frauenstreiken.at


Wenn du Fragen hast, bitte melde dich bei mir!


Ich streike für Zeit. Geld. Gerechtigkeit.Wofür streikst du?

love, sandra. 🖤

 


Der isländische Frauenstreik – was passiert ist und was er verändert hat

Am 24. Oktober 1975 legten 90 Prozent der Frauen in Island ihre Arbeit nieder – die bezahlte und die unbezahlte. Mehr als 25.000 Frauen versammelten sich in Reykjavík zu Demonstrationen, statt sich wie sonst um Haushalt und Kinderbetreuung zu kümmern. Sie forderten Gleichberechtigung, faire Bezahlung und bessere Kinderbetreuung. 


Das Telefonsystem fiel aus, die Zeitungen erschienen nicht, die Theater blieben geschlossen, Flugverbindungen wurden abgesagt, die meisten Schulen waren zu. Die Streikenden brachten ihre Kinder zu den Arbeitsstellen ihrer Männer und schärften ihnen ein: „Ihr bittet heute keine Frau um Hilfe!" Die Männer nannten den Tag danach den „langen Freitag". 


Offiziell hieß die Aktion übrigens nicht „Streik", sondern „Frauenruhetag" (Kvennafrídagurinn) – weil Frauen aus dem konservativen Lager meinten, streiken würden nur Kommunisten. Dieser sprachliche Kompromiss brachte am Ende Frauen aus allen politischen Lagern und allen gesellschaftlichen Schichten zusammen. 


Was sich danach verändert hat:

Ein Jahr nach dem Streik verabschiedete das Parlament ein erstes Gesetz zur Gleichberechtigung. 1980 wählte Island mit Vigdís Finnbogadóttir das erste demokratisch gewählte weibliche Staatsoberhaupt der Welt. 2010 wurde eine Frauenquote von 40 Prozent für Verwaltungsräte großer Unternehmen eingeführt, und seit 2017 werden Firmen bestraft, die Frauen schlechter bezahlen als Männer in vergleichbaren Positionen. Heute liegt der Frauenanteil im isländischen Parlament bei über 45 Prozent, einer der höchsten Quoten weltweit. Seit 15 Jahren sind Männer und Frauen laut Weltwirtschaftsforum nirgendwo so gleichberechtigt wie in Island.

Vergleichbare Streikaktionen wie der Frauenruhetag 1975 fanden 1985, 2005, 2010, 2016, 2018 und zuletzt 2023 statt. 


Trailer auf YouTube (deutsch untertitelt):


Der Dokumentarfilm: ein Tag ohne Frauen, aus dem Jahr 2024, wird sicher in den nächsten Monaten in Kärnten gezeigt werden!

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