42 Jahre Ich.
- Sandra Maria Sabitzer
- 21. Aug. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Und was das Patriarchat damit zu tun hat.
Am 20.08. wurde ich 42 Jahre alt.
Eine Zahl, die früher "alt" klang. Irgendwie vorbei. Weniger begehrenswert. Weniger sichtbar. Weniger flexibel. Weniger Frau. So erzählt es uns zumindest das Patriarchat.
Wir wachsen in einer Gesellschaft auf, die Frauen* auf Jugend, Anpassungsfähigkeit und Schönheit reduziert – und diese Schönheitsnorm eng koppelt an ein „unter 40“-Ideal. Frauen* jenseits der 40? Die dürfen erfolgreich sein – solange sie dabei bitte nicht laut, zornig oder sichtbar alt sind.
Die Schönheitsindustrie hat daraus ein Milliardenbusiness gemacht: Cremes, die uns versprechen, „ewig jung“ zu bleiben. Behandlungen, die Falten „verschwinden lassen“. Fitness, aber bitte für den flachen Bauch – nicht für Kraft oder Lebensfreude. Was, wenn wir endlich sagen: Wir spielen da nicht mehr mit? Was, wenn unser Wert nichts mit glatter Haut zu tun hat, sondern mit Tiefe, Erfahrung und Freiheit?
Ich will mein Älterwerden feiern. Nicht verstecken.
Ich will meine Erfahrung sichtbar machen. Nicht weglächeln.
Ich will über Hitzewallungen reden und gleichzeitig die politischen Strukturen hinterfragen, die Frauen* in den Wechseljahren noch immer stigmatisieren.
Vielleicht spürst du es auch: Veränderungen – körperlich, emotional, hormonell. Vielleicht sind da erste Anzeichen der Perimenopause: Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen, Zykluschaos. Aber was, wenn wir auch hier aufhören, das als "Problem" zu sehen? Was, wenn es ein Übergang ist – weg vom Funktionieren, hin zum Spüren?
Die Gesellschaft erzählt uns, dass mit dem Alter ein Mangel beginnt. Ich sage: Es beginnt eine Fülle.
Zum Schluss ein Zitat, das mich gerade begleitet:
„Ich werde nicht jünger. Ich werde freier.“ – Glennon Doyle
Wenn du dich auch manchmal fragst, wie du dich von den patriarchalen Vorstellungen von Weiblichkeit, Alter und Wert emanzipieren kannst – schreib mir gern. Ich plane dazu in nächster Zeit auch ein paar Angebote, die genau hier ansetzen.
Vertiefen kannst du das Thema auch mit diesen Buchtipps:
Woman on Fire von Sheila de Liz
Wechseljahre – Aufbruch in ein neues Leben von Margit Schönberger
Frau Jonas geht noch von Maren Wurster
Die Wolfsfrau von Clarissa Pinkola Estés
Mit feministischer Vorfreude auf mein neues Lebensjahr, Sandra




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